Geboren am 22. April 1619 in Neustadt an der Mettau, Ostböhmen / Nové Město nad Metují, Tschechien.
Gestorben am 15. März 1663 in Wien

Dichter und Übersetzer

Johann Wilhelm von Stubenberg. Grafik aus dem Klebeband Nr. 1 der Fürstlich Waldeckschen Hofbibliothek ArolsenAus Wikimedia Commons
Johann Wilhelm von Stubenberg
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Johann Wilhelm von Stubenberg war der einzige Sohn Rudolfs von Stubenberg (jünger Zweig der Kapfenberger Linie) und dessen dritter Gattin, Justine Freiin von Zelking. Der Rudolf von Stubenberg war Protestant und aktiv an der böhmischen Ständepolitik beteiligt. Obwohl er bereits am 1. Februar 1620 bei einer Explosion den Tod fand, wurde er als Verschwörer verurteilt und seine Familie enteignet. Johann Wilhelm von Stubenberg und seine Mutter fanden bei Georg von Stubenberg Aufnahme und verbrachten einige Jahr auf der Schallaburg. Als Georg von Stubenberg 1529 nach Regensburg ins Exil ging, zog Justina von Stubenberg mit ihrem Sohn nach Pirna in Sachsen, das zu einem Zentrum böhmischer Exulanten geworden war. Nach ihrem Tod im Jahr 1632 lebte Johann Wilhelm von Stubenberg in der böhmischen Kolonie in Dresden und die Familie sorgte für seine weitere Ausbildung durch Hauslehrer; ab 1636 konnte er eine Bildungsreise durch Frankreich, Italien sowie die Niederlande unternahmen und war einige Zeit Gast des Grafen Anton Günther von Oldenburg,

Nach langen Erbauseinandersetzungen erhielt Johann Wilhelm von Stubenberg 1541 die Herrschaften Schallaburg und Sichtenberg in Niederösterreich als kaiserliches Lehen und er heiratete im folgenden Jahr Felicitas Dorothea von Eibiswald. 1643 kam der einzige Sohn des Paares, Rudolf Wilhelm von Stubenberg, zur Welt.

Da Johann Wilhelm von Stubenberg Protestant war und bleiben wollte, waren seine Betätigungsmöglichkeiten sehr eingeschränkt. Er widmete sich der Literatur, der Philosophie und der Kunst, übersetzte zeitgenössische französische sowie italienische Romane ins Deutsche und verfasste Gedichte. Sein Freundeskreis war groß, er suchte Kontakt zu bedeutenden Gelehrten und Schriftstellern, förderte bedeutende Dichter wie Catharina Regina von Greiffenberg und Wolf Helmhardt von Hohberg, und stand mit dem großen schlesischen Dichter Andreas Gryphius im Briefwechsel. 1648 oder 1651 wurde er unter dem Pseudonym „der Unglückselige“ oder „der Unglückselig-Seelige (Infortunatus-Fortunatus) Mitglied der „Fruchtbringenden Gesellschaft“.

Als die Lage der österreichischen Protestanten immer bedrückender wurde, dürfte sich auch Johann Wilhelm von Stubenberg auf die Suche nach einem neuen Wohnsitz gemacht haben. Er besuchte Freunde und Verwandte in Nürnberg und Regensburg und erlangte 1655 das ungarische Indigenat. 1659 übersiedelte er nach Wien und verzichtete 1662 auf alle seine Rechte und Pflichten auf Schallaburg und Sichtenberg. Bald darauf starb er in Wien.

Da eine Beisetzung nach evangelischem Ritus in Wien nicht stattfinden durfte, wurde er zunächst auf dem evangelischen Friedhof im burgenländischen Kittsee beerdigt. 1668 ließ sein Sohn den Leichnam nach Regensburg transferieren, wo er im Hof hinter der 1631 erbauten protestantischen Dreieinigkeitskirche, dem heutigen Gesandtenfriedhof, seine letzte Ruhe fand.

 

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